Samstag, 04.09.2010
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Wer war Nikolaus von Weis?                                              von Christoph Czech



 

Heimat, Kindheit und frühe Jugend

 

Nikolaus Weis wurde am 8. März 1796 auf dem Schönhof bei Rimlingen (heute: Rimling) / Lothringen, nahe der südwestlichen Grenze des Bistums Speyer, als ältestes von insgesamt vier Kindern des Martin Weis und der Maria Magdalena Ries in einfachen Verhältnissen geboren (1).N.v.W.jpg

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Die tiefgläubigen Eltern stammten aus Altheim im Bliesgau, umweit von Hornbach. Es war ihnen ein Anliegen, ihr Kind nicht von einem Priester taufen zu lassen, der den Eid auf die revolutionäre französische Verfassung geleistet hatte. Deshalb ließ es der Vater in der, links der Blies gelegenen, Pfarrei Niedergailbach (bei Gersheim) taufen. Auf dem dortigen Gebiet der tüchtigen und beliebten Reichsgräfin Marianne von der Leyen der Grafschaft Blieskastel, das, wie die gesamten linksrheinischen Gebiete, französisch besetzt war, konnten sich zu jener Zeit Eidverweigerer noch gefahrlos aufhalten (2).

Als Schäfer fand Martin Weis auf dem wenig entfernten lothringischen Gut Schönhof des Baron von Moranville Arbeit. Später, nach der Geburt des zweiten Kindes Anna Maria, siedelte er mit seiner Frau – wiederum im Dienst als Schäfer – auf den in der Nähe gelegenen Wiesinger Hof über, der damals zur Pfarrei Habkirchen gehörte.

Gerade einmal sechs Jahre alt war Nikolaus, als sein Vater im Alter von 36 Jahren in Ausübung seines Berufs, unerwartet einer Lungenentzündung erlag. Kurze Zeit zuvor war bereits Matthias, das jüngste Kind der Familie, gestorben (3).

Die junge Witwe beschloss darauf, mit den drei Kleinkindern in ihre Heimatgemeinde Altheim zurück zu kehren, wo Nikolaus aufwuchs und die Dorfschule besuchte. Mit Sparsamkeit und großem Fleiß gelang es der Mutter, die Familie als Tagelöhnerin und mit Spinnarbeiten finanziell über die Runden zu bringen und beiden Söhnen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Der dortige Förster Franz Foliot, dessen Sohn Martin später Domdechant in Speyer wurde, sowie Dorflehrer Johann Adam Firmery (sein Sohn wurde später Dechant und Pfarrer im vorderpfälzischen Edesheim), erkannten das Talent des jungen Nikolaus. Und so brachte der Lehrer dem lernbegierigen Jungen die Anfänge der lateinischen Sprache bei.

Auf sein Anraten hin schickte die Mutter den zwölfjährigen Jungen zum Erwerb weitergehender Lateinkenntnisse nach Niedergailbach. Beim dortigen Ortspfarrer Georg Axtmann erhielt Nikolaus nun Unterricht, zusammen mit etwa einem Dutzend anderer Jungen. Bemittelte Wohltäter nahmen den Jungen, gegen Mithilfe in der Landwirtschaft, in Kost und Logis.

Im Sommer 1808 wurden die Lateinschüler von Diözesanbischof Joseph Ludwig Colmar, der auf den von Napoleon neu errichteten Mainzer Bischofsstuhl berufen worden war, im nahe gelegenen Medelsheim gefirmt (4).

Schon ein Jahr später nahm der Unterricht bei Pfarrer Axtmann wieder ein Ende. Der leicht aufbrausende Mann fiel wegen seines Lebenswandels in die Ungnade des Bischofs und musste sein Auskommen im Bistum Straßburg suchen. Nikolaus aber musste abermals umziehen. Auf Anraten seines Gönners Foliot begab er sich diesmal zu dessen Bruder Johann, Pfarrer des lothringischen Dörfchens Ormersweiler (nahe Hornbach, aber zur Diözese Metz zählend, heute: Ormersviller); dort erhielt er bis zum Spätherbst 1811 Höheren Unterricht.

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Mainzer Studienzeit und Bewährung in der Krankenpflege

 

Noch im gleichen Jahr bestand der nun 15-jährige Nikolaus Weis, am Bistumssitz in Mainz, die Prüfung zum Eintritt in die vorletzte Klasse der Vorbereitungsschule des „Klerikalseminars“ (5).

Sein Dogmatikprofessor und Regens Leopold Bruno Liebermann verschaffte dem jungen, hochbegabten Seminaristen Kost und Logis gegen geringe Vergütung bei einem Handwerksmeister, der ihm weitere Gönner vermittelte. Auf diese Weise musste Nikolaus den Fleiß und die Sparsamkeit von Mutter und Schwester nicht mehr in Anspruch nehmen.

Doch kaum hatte er wenige Monate Unterricht hinter sich gebracht, als am 15. November 1811 ein kaiserliches Dekret über den höheren Unterricht verfügte, dass nur derjenige zu den höheren Weihen zugelassen und vom Wehrdienst freigestellt werden könne, der das baccalaureat erworben habe.  Bischof Colmar war nun gezwungen sein Gymnasium zu schließen. Seine geistlichen Schüler mussten – bis zum Abzug der Franzosen am 04. Mai 1814 - das kaiserliche Lyzeum besuchen(6). Dessen Lehrer, überwiegend französische Priester, die während der Revolution ihren Beruf aufgegeben hatten, waren des Deutschen allerdings weitgehend unkundig.

Mit großem Fleiß, mittels belehrender Wiederholungen und anfänglicher Dolmetschdienste von Lehrern des Klerikalseminars, gelang Nikolaus Weis schließlich die Beendigung der Gymnasialstudien. Zum Wintersemester des Jahres 1813/14 konnte er in die höhere Sektion des Klerikalseminars eintreten und das Studium der Philosophie und Theologie (wieder-)aufnehmen. Französisch hatte er zwischenzeitlich fast perfekt erlernt.

Doch binnen kurzem musste der Lehrbetrieb erneut, infolge des Zusammenbruchs der napoleonischen Herrschaft (Russlandfeldzug 1812/13 und Völkerschlacht bei Leipzig am 16. – 19. 10.1813), eingestellt werden.

Die Seminaristen wurden zur Pflege von, bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zu Hanau (29. / 30.10.1813), verwundeten Soldaten der französischen Armee eingesetzt, die sich über den Rhein nach Mainz ins französische Gebiet abgesetzt hatten.

Zu Tausenden in Kirchen, Schulen, Häusern, Höfen, Ställen und Speichern untergebracht, z.T. auf offener Straße liegend, glich Mainz einem riesigen Feldlazarett, das die große Menge an Verwundeten, Verstümmelten und Sterbenden kaum noch fassen konnte. Die Versorgung und Pflege dieser Menschen blieb dem Erbarmen der Bürger überlassen, an deren Spitze sich Bischof Colmar und seine Seminaristen stellten.

Ausdrücklich wurden dabei die Dienste des jungen Nikolaus gelobt, der sich in der Versorgung und Pflege der Kranken und Verwundeten hervortat (7); so konnte es aber auch kaum ausbleiben, dass auch er sich mit dem grassierenden Typhuserreger infizierte.

Da eine lange Belagerung der Stadt erwartet wurde, und wegen der hohen, Epidemie bedingten, Todesrate (nach glaubwürdigen Berichten starben allein in Mainz 30.000 Menschen), erlaubte man Nikolaus Weis im Dezember 1813 die Rückkehr in die Heimat, die ihm - trotz seiner schweren Krankheit - durch glückliche Fügung und mit Hilfe von Freunden, gelang.

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Mutter und Schwester schafften es, den Schwerkranken, dessen Zustand sich so verschlimmerte, dass ihm die Sterbesakramente gespendet werden mussten, wieder gesund zu pflegen.

Für ein halbes Jahr blieb die Ausbildung Nikolaus’ durch Krankheit und Kriegswirren unterbrochen.

Im Sommer 1814 nach Mainz zurückgekehrt, wirkte Weis – selbst noch Seminarist und mit eigenen theologischen und sprachlichen Studien betraut - auf Wunsch Prof. Liebermanns als Lateinlehrer in den unteren Klassen der, nach dem Abzug der Franzosen, wiedereröffneten „Vorbereitungsschule“. Als Griechischlehrer lehrte er auch in den höheren Klassen.

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Priesterweihe und erstes Wirken

 

Knapp fünf Jahre später, am 22. August 1818, empfing Nikolaus Weis – nach Abschluss aller Prüfungen und einer öffentlichen Disputation - in Mainz von Bischof Colmar die Priesterweihe. Danach, als Professor am Seminar für über 50 Schüler verantwortlich, war er außerdem ein gern gehörter Prediger und gesuchter Beichtvater.

Zusammen mit seinem Freund Andreas Räß aus Sigolsheim im Elsass – dem späteren Bischof von Straßburg (ab 1841) - übersetzte Weis, dem die sittlichen Erhebung und die Belebung der Frömmigkeit des Kirchenvolks in Zeiten der Kriegswirren und politisch-gesellschaftlichen Instabilität am Herzen lag, verschiedene französische Werke der in Frankreich wieder aufblühenden katholischen Literatur, Flugschriften sowie ein stark beachtetes 24-bändiges Werk über die Kirchenväter, Märtyrer und Heilige (bis 1827).

Schon während der Zeit der Pflege der französischen Soldaten in Mainz hatte sich Nikolaus Weis mit Räß angefreundet, mit dem ihn eine innige und lebenslange Freundschaft verband. Er schloss sich der „Elsässer Gruppe“ angeschlossen, deren Repräsentanten (Colmar, Liebermann, Räß u.a.) die sogenannte „Mainzer Schule“ begründeten. (8)

Ab 1821 gaben Räß und Weis die Zeitschrift „Der Katholik“ heraus, um liberalen und anderen kirchenfeindlichen Tendenzen publizistisch entgegen zu treten. Für ihre dabei erworbenen Verdienste und ihr anerkanntes literarisches Wirken wurde den Freunden 1822 von der theologischen Fakultät der katholischen Universität Würzburg die Ehrendoktorwürde verliehen.

Während Dr. Räß bereits im gleichen Jahr von der Spitze der Zeitschrift abtrat, die manchem Landesfürsten ein Dorn im Auge war, so dass deren Druckort mehrmals verlegt werden musste, blieb Dr. Weis noch bis 1841 in verantwortlicher Stellung für die Zeitschrift tätig.

 

 

Wirken als Lehrer, erste Pfarrstelle und Beförderungen

 

Durch seine vielfältigen Tätigkeiten gesundheitlich angegriffen und im Lehrerberuf wohl auch nicht ganz glücklich, bat Dr. Weis im Jahr 1820 den Mainzer Bistumsverweser Johann Humann – Bischof Colmar war 1818 verstorben – wiederholt um Versetzung auf eine Landpfarrei im rheinbayerischen Gebiet (heute: Pfalz), das damals noch der Mainzer Bistumsverwaltung unterstand. 

Dieser entsprach der Bitte und schlug Dr. Weis der königlich-bayerischen Regierung in Speyer als neuen Pfarrer von Dudenhofen vor. Der Vorschlag fand Zustimmung, und Dr. Weis wurde mit Entschließung vom 16. August 1820 in sein Amt eingewiesen.

Schnell blühte er gesundheitlich auf und fand endlich auch genügend Zeit für seine umfänglichen literarischen Tätigkeiten.

Besonders lag es ihm aber am Herzen, in seinem Wirken als Pfarrer ein gutes Vorbild zu geben: „Er bestrebte sich in Allem … untadelhaft sich zu erweisen … Er wusste, dass alle Augen auf den Seelsorger gerichtet sind, dass … sein Wandel ein Muster der christlichen … Sittsamkeit seyn soll. Daher bemühte er sich stets mehr zu thun, als der Buchstabe der Pflicht von ihm forderte.“ Und: „Dieser Eifer, diese Liebe des Seelsorgers erzeugte Gegenliebe, Folgsamkeit und Anhänglichkeit von Seiten seiner Pfarrkinder.“ (9)

Durch das am 05. Juni 1817 zwischen dem Papst und der bayerischen Krone abgeschlossene Konkordat wurde die Diözese Speyer in neuen Grenzen (10) wieder errichtet, und der alte Kaiserdom abermals zur bischöflichen Kathedrale mit einem Domkapitel erhoben.

Da die ersten Bischöfe Matthäus Georg von Chandelle (1818-1826) und seinem Nachfolger Johann Martin Manl (1826-1835), die der königlich-bayerischen Regierung mit ihren liberal – staatskirchlichen Positionen bisweilen sehr ergeben waren und ihr Bischofsamt mehr bürokratisch und volksfern interpretierten, setzte sich Dr. Nikolaus Weis immer wieder für die Belange der römischen Kirche im Geist der „Mainzer Schule“ ein.

Bischof Chandelle, der Dr. Weis wegen seiner Übersetzung der päpstlichen Vollzugsbulle des bayerischen Konkordats bereits als talentvollen Mann kennen gelernt hatte, ernannte diesen, mit Genehmigung des bayerischen König Maximilian I. Joseph am 23. Juni 1822 zum Domkapitular.

Bis zur Wiederbesetzung der Pfarrstelle in Dudenhofen ließ sich Weis von der Residenzpflicht dispensieren und versah die Seelsorge seiner Pfarrei weiter. Später machte er sich auch in Speyer einen Namen als Seelsorger und Prediger; mehrere Hundert seiner Predigten publizierte Dr. Weis und übersetzte andere.

Da die Verwaltungsarbeit ihm leicht von der Hand ging, blieb ihm – nach seiner Übersiedlung nach

Speyer - ausgiebig Zeit für sein literarisches Schaffen und ausgedehnte Briefwechsel, die ihn einer breiten Schicht von Geistlichen und Laien, Katholiken wie Protestanten, aus dem deutschen und französischen Sprachraum, bekannt machte. ·

Das ganze Jahr über gingen nun Gäste bei Dr. Weis ein und aus, dessen Gastfreundlichkeit, Gelehrsamkeit und geistreiche Unterhaltung weit über die Diözese hinaus hoch geschätzt wurden und viele freundliche und freundschaftliche Kontakte (u.a. zur Familie Brentano in Frankfurt und Verleger Joseph Görres in München) begründeten. (11)

Johannes von Geissel, 1837 Bischof von Speyer geworden (12), schlug Dr. Weis 1837 zunächst als Domdekan und 1841 als Generalvikar vor, - mit jeweiliger Ernennung durch König Ludwig I. von Bayern.

In diesen Funktionen und als bischöflicher Berater gewann Dr. Weis maßgebenden Einfluss auf die Verwaltung der Diözese.

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Wirken als Bischof

 

Von Bischof Geissel nach dessen Berufung zum Kölner Erzbischof dem bayerischen König als sein Nachfolger empfohlen, wurde Dr. Weis am 27. Februar 1842 von König Ludwig I. zum Bischof von ·Speyer ernannt.

Die Bischofsweihe erhielt er am 10. Juli 1842 in München; die Inthronisation als 85. Bischof fand zehn Tage später in Speyer statt. Als Bischof hat Nikolaus Weis das Bistum Speyer nachhaltig geprägt. Im Schaffen neuer Verwaltungsstrukturen, in der Seelsorge, auf karitativem Gebiet und hinsichtlich des katholischen Vereinswesens schuf er Bleibendes. Mit großem Engagement setzte er sich für die Rechte und Belange der Kirche ein, z. B. auf dem Schulsektor. Seine besondere Sorge galt Active Imageder Heranbildung eines wissenschaftlich gut geschulten, seeleneifrigen und frommen Klerus, der gegenüber der Kirche loyal und dem Papst treu ergeben war.

Firmungs- und Visitationsreisen, die er gewöhnlich mit Priesterkonferenzen beendete, dienten wesentlich dem Zweck, mit dem Kirchenvolk in engere Beziehung zu treten. In Pastoralschreiben und Predigten unterwies und ermunterte er seine Gläubigen. Auch die Gründung des Bistumsblatts »Der christliche Pilger« (1848) ist in diesem Kontext zu sehen.

Unablässig bemühte er sich, allen Kindern und Jugendlichen seines Bistums eine solide, auf dem christlichen Menschenbild basierende Schulbildung zu ermöglichen. Nachdem es ihm schon als Domkapitular 1839 gelungen war, in Speyer eine eigene katholische Lehrerausbildungsstätte zu errichten, lag ihm als Bischof die Schul- und Weiterbildung für Mädchen und Frauen besonders am Herzen. Zum Zweck der Erziehung und Bildung gründet er das Institut St. Dominikus O.P. (damals

Institut der Armen Schulschwestern O.P.) in Speyer (1852) und das Kinderheim in Landstuhl (1853). (13)

Seit Gründung des Instituts  stellen sich die Schwestern auch in den Dienst der „Kinderpflege“,·einen fruchtbaren Boden für das christliche Wertbewusstsein zu schaffen.Seine Überlegungen und Bemühungen mündeten 1852 in die Gründung des "Instituts der Armen Schulschwestern".

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„Die Diözese war sein Leben, und er hing mit seinem Leben an diesem armen Bistum, seinem Klerus und seinen Menschen.“ In der Zeit nach der Wiedererrichtung der Diözese „war [er] der erste Bischof, der sein Bistum wirklich geliebt hat. Und diese Liebe, verbunden mit ungeahnter Geduld und Güte, geradliniger Stetigkeit, unbeirrbarer Ausdauer, Tag für Tag, 27 Jahre hindurch, blieb nicht ohne Frucht. So hat eigentlich er die Diözese Speyer erst richtig geschaffen.“ (14)

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1855 erfolgte die Erhebung in den Adelsstand. Seit 1867 häufig erkrankt, konnte Bischof von Weis sein goldenes Priesterjubiläum nicht, wie vorgesehen, im Landstuhler Waisenhaus feiern. Am 13. Dezember 1869 starb er in Speyer und wurde im Dom beigesetzt. 

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(1)       Wo nicht anders angegeben, wurde als Quelle das zweibändige Werk des Speyerer Bistumshistorikers FRANZ XAVER

         REMLING (1803 – 1873), a.a.O., zugrunde gelegt.

(2)       NORBERT WEIS: Nikolaus von Weis … In: Hans Ammerich: Lebensbilder …, a.a.O., S.117 ff.

(3)       Die Schwester Anna-Maria wurde später zeitlebens Nikolaus’ bischöfliche Haushälterin. Der jüngere Bruder Johann

    Nikolaus, dem Nikolaus Weis selbst in Mainz eine höhere Schulausbildung ermöglicht hatte, kam später als Lehrer an

    der Lateinschule in Landau in Anstellung. Am 05.06.1865 als Witwer der Barbara Guillot gestorben, hinterließ er  vier

  Töchter, von denen zwei, Magdalena und Barbara, in den Orden der Schwestern vom armen Kind Jesus eintraten.

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    Dieser Orden, von der Pädagogin KLARA FEY mit Mutterhaus in Aachen gegründet, der sich mit der Betreuung ob-

  dachloser und benachteiligter Kinder im Aachener Raum einen Namen gemacht hatte, übernahm auf Wunsch von 

         Bischof Nikolaus von Weis 1853 in Landstuhl die Leitung des dort eröffneten Waisenhauses St. Nikolaus. (A.Keller:

           a.a.O., S. 18)

           Seinem unvergessenen Vater, der den jungen Nikolaus noch auf dem Sterbebett gesegnet hatte, ließ der Hirtensohn,

           1842 selbst zum Oberhirten der Diözese geworden, im Jahr 1850 einen Grabstein mit der Aufschrift „custos ovium“ (lat.:

           Hüter von Schafen) setzen. (Sr. M. AMABILIS MOLIER: Nikolaus von Weis a.a.O., S.45).

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(4)   Nach dem Konkordat zwischen der französischen Republik und dem Heiligen Stuhl (1801) waren die Bistumsgrenzen

        den in den besetzen linksrheinischen Gebieten bestehenden Départementsgrenzen angeglichen, und der Kirchenbann für

        die Leistung des Eids auf die revolutionäre Verfassung aufgehoben worden; Altheim gehörte nun zum Bistum Mainz.

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           Die Begegnung mit Bischof Colmar soll den jungen Nikolaus stark geprägt haben; ·der gebürtige Straßburger, aus einer

           jüdischen, aber katholisch getauften Familie stammend, galt ihm als „Ideal eine Bischofs“. (NORBERT WEIS: Nikolaus 

           von Weis … in: Lebensbilder der Bischöfe von Speyer…, a.a.O., S.120).


(5)      Das 1804 von Bischof Colmar gegründete Mainzer Klerikalseminar bestand aus einem geistlichen Knabenseminar

          („Vorbereitungsschule“) mit achtjährigem Gymnasium, dem sich ein dreijähriges Theologiestudium anschloss. Seminar-

          regens und Dogmatikprofessor war der bischöfliche Studienfreund Professor Leopold Bruno Liebermann. (NORBERT

          WEIS: Nikolaus von Weis … in: Lebensbilder der Bischöfe von Speyer…, a.a.O., S.120).

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(6)      Während die weltlichen Schüler Soldatenuniformen trugen, bestand die vorgeschriebene Schulkleidung der geistlichen

          Schüler aus „Kniehosen, Dreispitz und Frack nach französischem Schnitt“ (Sr. M. AMABILIS MOLIER: Nikolaus von

           Weis a.a.O., S.46).

·(7)      Sehr anschaulich berichtet hierzu REMLING (a.a.O., Bd. 1, §2, S.9): „In allen Winkeln wurden die mit namenlosem

           Elende und den Schrecken des Todes Ringenden auf gesucht, in Decken gehüllt und gekleidet, ihnen die nöthigen

           Speisen und Getränke zugebracht, … Arzneien eingeträufelt, die Jammernden getröstet, mit den Sterbenden gebetet,

           die Todten hinweggetragen an alle mögliche geistliche und leibliche Werke der Barmherzigkeit geübt.“

        Ausdrücklich lobt REMLING (ebd.) dabei die Dienste des jungen Seminaristen Nikolaus Weis, der an diesem Samariter-

           dienst „den unerschrockensten und unermüdlichsten Antheil“ hatte.

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(8)       REMLING, a.a.O., S. 57

            Die Katholische Kirche in Deutschland sah sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts - nach den Erfahrungen der Revolu-

            tion, der Säkularisation (1803), der territorialen Neuordnung Europas im Gefolge des Wiener Kongresses (1814/15)

            und der Errichtung eines liberalen Staatskirchentums in den Nachfolgestaaten des untergegangenen Heiligen rö-

            mischen Reichs deutscher Nation - ihres politischen Rückhalts sowie ihrer materiellen Basis beraubt und fand sich in

            einer Minderheitensituation wieder. Die geistige Führung Europas war auf die von der Aufklärung und der franzö-

            sischen Revolution begründeten Kräfte übergegangen.  In dieser Situation setzten sich die  Vertreter der „Mainzer

            Schule“ für eine strenge Kirchlichkeit mit engem Anschluss an Rom, für den religiösen Wiederaufbau und die (Wieder-)

            Erlangung kirchlicher Freiheitsrechte ein.

            Sie förderten einen engen Zusammenschluss aller Gruppen des deutschen Katholizismus und setzten sich für größere ·

            Freiheiten von staatlicher Bevormundung, für die Mündigkeit der katholischen Laien im politischen und gesellschaftli-

            chen Leben und für ein offenes Verhältnis gegenüber Protestanten und Juden ein. Eine Saat, aus der später u.a. das

            tief in die Gesellschaft hineinwirkende, auch sozial-karitative, Engagement der katholischen Vereine, Verbände, Par-

            teien und Ordensgemeinschaften erwachsen konnte. So blieb breiten Kreisen der Katholiken die Bindung an ihre

            Kirche erhalten, während diese gleichzeitig dem am Rationalismus und Staatsbindung festhaltenden Protestantismus

            die Massen verloren gingen (R. LILL, a.a.O., S. 114).

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(9)       ERNST GUTTING: Zum Geleit. In: Lebensbilder der Bischöfe von Speyer…, a.a.O., S. 10.

          ·Welche Schwierigkeiten das liberale Staatskirchentum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für das kirchliche Le-

           ben im neu entstandenen Bistum Speyer mit sich brachte, beschreiben MELLER / WERLING ·(a,a,O., S. 66-68) folgen-

           dermaßen: Wallfahrten wurden von der Staatsregierung unterdrückt, kirchliche Verordnungen durften nicht ohne staat-

           liche Genehmigung veröffentlicht werden, Gesuche nach Rom waren den staatlichen Behörden vorab vorzulegen, der

           König und seine Regierungsbeamten konnte öffentliche Gebete, Dankfeste und Glockenläuten nach Gutdünken verord-

           nen oder verbieten u.a.m. ·Die Staatsvertreter wollten der Kirche auch vorschreiben, ob und unter welchen Bedin-

           gungen konfessionell gemischte Paare getraut werden sollten.

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(10)     Das (neue) Bistum Speyer im bayerischen Rheinkreis bestand aus kleineren heterogenen Teilen der ehemaligen na-

           ·poleonischen Diözesen Trier, Mainz, Straßburg und Metz. Es umfasste ein aus über 40 Herrschaftsgebieten des 1806

            erloschenen Heiligen römischen Reichs und einem französischen Territorialstück (Festung Landau) zusammengefüg-

            tes Gebiet.

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(11)    Manche Gäste, darunter auch vielfach Laien und Protestanten aus allen Teilen Deutschlands und Frankreichs, fanden

           z.T. wochen- und monatelang freundliche Aufnahme. Scherzhaft nannte man seine Wohnung „Gasthaus zum goldenen

           Kreuz“.

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(12)        Johannes Geissel, geb. am 05.02.1796, einer vorderpfälzischen Winzerfamilie aus Gimmeldingen bei Neustadt/W. ent-

          stammender Studienfreund des Nikolaus von Weis, ·war geprägt durch die „Mainzer Schule“ und stieg als Kölner Erzbischof

             und Führer des rheinischen Katholizismus mit Sitz im Berliner Parlament zur einflussreichsten Persönlichkeiten des preußischen

             Episkopats auf. (R. LILL, a.a.O., S. 97 ff)

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(13)     Selbst als Halbwaise aufgewachsen, hatte Bischof von Weis zu „seinem Waisenhaus“ eine besondere emotionale Bin-

           dung, „weit stärker als zu allem anderen, was er geschaffen hatte.“ NORBERT WEIS, a.a.O., S. 136.

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(14)     NORBERT WEIS: Nikolaus von Weis … In: Hans Ammerich: Lebensbilder …, a.a.O., S. 127.

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Quellen:

- ·Hans Ammerich (Hrsg.): Lebensbilder der Bischöfe von Speyer seit der Wiedererrichtung des Bistums Speyer

  ·1817/21. Speyer 1992.

- ·Bistumshomepage ·http://cms.bistum-speyer.de (Link: Geschichte)

- ·Andreas Keller: Die Geschichte des Haus Nazareth. In: Festschrift der BBS Haus Nazareth zur Einweihung des

  ·Erweiterungsbaus 1999. S.18 ff.

- ·Kirchenlexikon. http://www.bautz.de/bbkl/w/weis_n.shtml

- ·Rudolf Lill: Johannes von Geissel. Bischof von Speyer (1836-1842). In: Hans Ammerich (Hrsg.): Lebensbil-

   der…, a.a.O.

- ·Josef Meller, Johannes F. Werling [Bischöfliches Ordinariat Speyer] (Hrsg.):  Das Bistum Speyer. Ein Gang

  ·durch seine Geschichte. Speyer 1987.

- ·Sr. Amabilis Mollier: Nikolaus von Weis (1796-1869). In: 10-Jahresbericht der Nikolaus-von-Weis-Schule

  ·des Instituts der Armen Schulschwestern. Speyer 1963. S.44-56.

- ·Franz Xaver Remling: Nikolaus von Weis. Bischof zu Speyer, im Leben und Wirken samt Urkundenbuche. 2

   Bände Speyer 1871.

- ·Norbert Weis: Nikolaus von Weis … In: Hans Ammerich: Lebensbilder …, a.a.O.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 03. November 2008 um 19:56 Uhr