| Pressemeldung Misereor |
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Pressemeldung der kirchlichen Privatschulen „Sozialpädagogische Fachschule“ und „BBS Haus Nazareth“, Landstuhl
Lernen, die Fülle des Lebens zu teilen und Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu überwinden.
Mit diesem Leitmotiv der Misereor - Fastenaktion 2006 setzten sich, im Rahmen eines Unterrichtsprojekts im Fach Katholische Religion, Schülerinnen und Schüler der Sozialpädagogischen Fachschule der Diözese Speyer und der BBS Haus Nazareth in Landstuhl auf verschiedene Weise auseinander.
Berufsfachschüler der Richtung Gesundheit / Pflege erarbeiteten u.a. Plakate zum Thema Geschlechtergerechtigkeit bei uns und in der 3. Welt und übten ein Rollenspiel ein.
Schüler der Abschlussklasse 2a des Bildungsgangs Sozialassistenz erarbeiteten eine meditative Betrachtung zum Misereor – Hungertuch Brot und Rosen, planten und führten einen Wortgottesdienst für 220 Erzieher- und Sozialassistenten mit dem Thema Vom Hunger nach Gerechtigkeit durch. Während der Schulpausen wurde ein Gesundes Frühstück mit selbst gebackenem Brot angeboten, um mit den Einnahmen ein Förderprojekt unterstützen zu können.
Höhepunkt war eine Präsentation der Projektarbeit, in deren Rahmen die Ärztin und Frauenrechtlerin Dr. Renu Rajbhandari in einem bewegenden Lichtbild-Vortrag vor Schulklassen und Gästen über ihre Entwicklungsarbeit und die soziale und politische Situation in Nepal aus erster Hand berichtete. In wegweisenden Projekten setzt sich die Referentin, die auf Einladung des Hilfswerks Misereor in Deutschland weilte, in ihrer Heimat für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der Ärmsten der Armen, der sog. Dalits (Unberührbare), ein. Diese gehören zur sozial niedrig stehendsten Gruppe der Bevölkerung, die allein wegen ihrer Kastenzugehörigkeit in vielerlei Hinsicht diskriminiert werden. Zu ihr gehören, nach Angaben der Referentin, 80% der ärmsten Bevölkerung in Nepal.
Überproportional von Diskriminierung betroffen seien die Dalit – Frauen, da sie nicht nur wegen ihrer Kastenzugehörigkeit, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts, innerhalb der eigenen, streng patriarchal ausgerichteten Gemeinschaft, unterdrückt würden. So seien ihnen z.B. der Zugang zu Ressourcen (z.B. Pacht, Kauf, Vererbung von Land), die Selbstbestimmung über ihr Leben (z.B. durch arrangierte Ehen, Kindheiraten und Zwangsprostitution) sowie der Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsvorsorge erschwert oder gar nicht möglich.
Ca. ein Drittel aller Frauen in Nepal litten aufgrund der hohen Zahl eigener Kinder in frühsten Jugendjahren sowie der schweren Feldarbeit (traditionell Frauenarbeit) unter massivsten Gebärmuttersenkungen und Blutungen, die meist unbehandelt blieben. Verschärft, so Dr. Rajbhandari, würde die Situation z.Zt. noch durch die schwierige und unübersichtliche politische Situation im Land, in der die Ärmsten in permanenter Angst und Unsicherheit vor Gewaltakten und Zwangsrekrutierungen durch das herrschende Regime und Rebelleneinheiten leben müssten.
Ein Schüler des Organisationsteams sprach der Referentin Dr. Rajbhandari, Dolmetscherin Frau Bulkowski sowie Caroline de Magelaez-Mayer von der Diözesanstelle für weltkirchliche Aufgaben in Speyer, den Dank der Schulgemeinschaft aus und überreichte ein kleines Präsent. Der das Projekt begleitende Religionslehrer und Schulleiter Christoph Czech dankte allen beteiligten Schülern und Spendern, die ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts geleistet hätten. Geschlechtergerechtigkeit sei auch, aber nicht nur, so Czech, eine Angelegenheit der sog. Dritten Welt. Ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel müsse langfristig durch Maßnahmen auf vielen Ebenen angestrebt werden. Er konnte berichten, dass aus dem Pausenverkauf der Schüler, der Gottesdienstkollekte und Spenden aus den Reihen des Kollegiums ein Betrag von knapp 400.- € zusammen gekommen war, der durch eine Spende der VR-Bank Westpfalz in Landstuhl aufgestockt wurde. So konnte eine Gesamtspende von 500.- €, zweckgebunden für die Projekte von Frau Dr. Rajbhandari, auf das Misereor – Spendenkonto nach Aachen überwiesen werden.
v.i.S.d.P. Christoph Czech, Schulleiter
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 29. August 2008 um 01:49 Uhr |
